Jakobsweg Camino a Fisterra

Mit Santiago hatte ich eigentlich mein persönliches Ziel erreicht, wollte es mir jedoch nicht nehmen lassen die ca. 85 Km bis nach Fisterra auch noch zu gehen. Den Atlantik wollte ich unbedingt noch zu Fuss erreichen.
Nach all dem Trubel auf den letzten 100 km des Weges erhoffte ich mir etwas mehr Stille und in der Tat, es wurde viel ruhiger, es erinnerte mich diesbezüglich an die Via Gebennensis. Auf diesem Stück steht dem Pilger ebenfalls eine Vielzahl von Herbergen zur Verfügung, die Infrastruktur ist zwar nicht mehr so üppig ausgebaut aber durchwegs genügend.
Landschaftlich dominierten vor allem leichte Hügel und ein saftiges Grün. Die Strecke war im Nu bewältigt und der Atlantik rückte immer näher, anfänglich konnte ich ihn noch nicht sehen, aber bereits riechen. Und plötzlich wurde die Sicht frei auf das Meer, irgendwie ein spezielles Gefühl nach all den zurückgelegten Kilometern.

Vor Fisterra liegt Playa de Longosteire, ein ca. 2 km langer Sandstrand, ich liess es mir nicht nehmen, barfuss die letzten Meter bis nach Fisterra zu gehen. In Fisterra angekommen mietete ich mir ein Zimmer und blieb drei Tage. Selbstverständlich ging es auch zum Leuchtturm am Kap Finisterre, dem Ende der Welt. Nach der mittelalterlichen Tradition nahm ich ein Bad im Meer (sehr frisch)- verbrannte meine Kleider (genau genommen nur die Socken) und betrachtete den Sonnenuntergang. Am nächsten Tag hätte man als neuer Mensch erwachen sollen, nun die Socken waren offenbar doch zu wenig.
Die drei Tage genoss ich in Fisterra, es gab nochmals interessante Begegnungen und ich organisierte meine Heimreisen. In Fisterra fühlte ich mich angekommen und freute mich auf zu Hause, einfach bekannte Gesichter wieder sehen.

Rückblickend war dies der intensivste Sommer, den ich je erlebt habe. Die Natur täglich so zu erleben, war eine neue Erfahrung für mich. Voll Dankbarkeit bin ich die Reise angetreten und kam noch dankbarer nach Hause. Falls jemand ebenfalls das Privileg hat, sich einige Wochen frei zunehmen, kann ich diesen Weg nur empfehlen, ich habe durchwegs positive Erfahrungen gemacht.

Ebenfalls Freude bereitete die Kamera, ein D90, insbesondere im Zusammenspiel mit dem Objektive AF-S 16-85mm f/3.5-5.6G VR. Relativ leicht und kompakt, dennoch eine tolle Abbildungsleistung und der VR ersetzt fast ein Stativ. Der GPS-Empfänger GP-1, welcher die Position gleich in die Fotodatei schrieb, war das Tüpfelchen auf dem i. Nur schweren Herzens trennte ich mich von diesem Kombi, dies auch nur wegen der leichten Budgetüberschreitung für diese Pilgerreise.

Hier einige visuelle Eindrücke des Camino Francés in chronologischer Reihenfolge.



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